Ich habe gestern Nacht noch mit Astrid telefoniert ... die Weihnachtsfeier musste wegen des schlechten Wetters (Schneeregen) leider ausfallen :) ... einige Passagiere sind nun schon leicht "knötterich" denn jetzt sind schon etliche Programmpunkte gestrichen worden - aber wie heisst es so schön in der Reisebeschreibung " die Reise hat Expeditionscharakter .. und je nach Wetter und Eisbedingungen kann es zu Änderungen / Streichen von Programmpunkten kommen ..".
Ja - so ist das auf Grönland .. es kommt auch nicht selten vor das Flüge tagelang ausfallen ... übrigens
ist ein Schiff in Illulissat seid Tagen dort "eingefroren" / von Packeis eingeschlossen - die Reisenden
kommen per Schiff da nicht mehr weg und müssen per Flieger weggebracht werden ....
Heute läuft die Albatros die Hauptstadt Nuuk an ... keine Ahnung wie es dort aussieht -
Astrid macht einen Landgang und kann berichten. Schlittenhunde gibt es dort nicht - die südlichste Schlittenhunde-Stadt war Sissimiut - südlich des Polarkreises sind Schlittenhunde verboten, da diese sich auf keinen Fall mit anderen Hunden vermischen sollen ! Aber A. sagte am Telefon das sie ausgiebig (und fast nur) Hunde fotografiert hat .... :) Vielleicht sehen wir zumindest auf einem Foto mal etwas anderes :)
Ja - Nuuk - dazu fällt mir ein Hauptstadt, Weihnachtsmann Postamt, einzige Ampel auf Grönland.
Vermutlich auch eine Menge "Hässliches" .. dazu hier ein Auszug aus einem Artikel des National Geographic Magazins (Heft 7/2010):
Nuuk – Hauptstadt voller Probleme
56.000 Menschen leben heute auf den felsigen Streifen zwischen Eis und Meer, die meisten an der Westküste. Gletscher und tief eingeschnittene Fjorde machen den Bau von Straßen zwischen den Ortschaften sinnlos, hier nimmt man das Boot, den Hubschrauber, das Flugzeug und – im Winter – den Hundeschlitten. Rund 15.500 Menschen, ein Viertel der Bevölkerung, sind in Nuuk zu Hause, der Hauptstadt Grönlands, etwa 500 Kilometer nördlich von Qaqortoq.
Wer sich eine Vorstellung von Nuuk machen will, der denke an eine nordische Kleinstadt mit Fjord und großartiger Gebirgskulisse. Dazu triste Wohnhäuser im Ostblockstil. Er nehme zwei Verkehrsampeln und einen Neun-Loch-Golfplatz dazu: Fertig ist die Hauptstadt. Die heruntergekommenen Apartmentblocks sind die Hinterlassenschaften eines Zwangsmodernisierungsprogramms der dänischen Regierung in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Dahinter stand die Absicht, die Grönländer aus kleinen verstreuten Dorfgemeinschaften in einige wenige, größere Städte umzusiedeln, ihnen bessere Schulen und medizinische Versorgung zu verschaffen und Arbeiter für die Fabriken der damals prosperierenden Kabeljauindustrie anzulocken.
Welchen Nutzen auch immer diese Politik hatte, sie war die Ursache einer Fülle gesellschaftlicher Probleme, unter denen Grönland bis heute leidet: Alkoholismus, zerrissene Familien, Selbstmorde.
So - nun wisst Ihrs .... dennoch wird es sicher interessant sein die Stadt anzuschauen .. es gibt auch ein wohl sehr gutes Museum ... und etwas Festes unter den Füssen tut ja bekanntlich immer gut :)
Einen schönen Tag für Euch !
Antke
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